Mythologie

Tupã (wörtlich „Gott“) ist der Hauptgott der Guarani’s. Er ist der Schöpfer des Universums, besonders aber des Lichts, sein Hauptwohnsitz ist deshalb auch die Sonne. Tupã ist ein sehr verführerischer, sexuell-konnotierter Gott, weshalb er Unmengen an Kindern zeugte. Bevor er die Menschheit erschuf heiratete Tupã die Göttin Arasy, die Mutter des Himmels, welche am Mond beheimatet ist. Zusammen erschufen sie Flüsse und Meere, die Wälder, die Sterne und alle Lebewesen des Universums. Der Ort von dem aus sie dies taten war angeblich ein Hügel in Aregua.  Sie trafen einander unter der Bedingung bestimmter Sternenkonstellationen, weshalb sie Jahre brauchten um einander zu finden.  Nach der Erschaffung aller Dinge, beschloss Tupa ein menschliches Paar hervor zu bringen. Er gebraucht dafür eine Mischung aus Mineralien, ein Extrakt des Yerba Mate, Blut des kurzschwänzigen Nachtadlers, die Blätter verschiedener Pflanzen und einen Tausendfüßler. Er machte mit dem Wasser des Ypacarai-Sees daraus eine Paste aus der er zwei Statuen schuf, ließ sie in der Sonne trocknen und erfüllte sie mit Leben. Die neu geschaffenen Menschen wurden allen Gottheiten präsentiert. Die Frau wurde Sypave (Mutter der Menschen) und der Mann Rupave (Vater der Menschen) genannt.  Sie rieten den Menschen friedlich und in Liebe zueinander zu leben. Dann schuf Tupa die Geister des Guten (Angatupyry) und Bösen (Tau) um die Menschen in ihren Handlungen anzuleiten.

Kerena, die wunderschöne Tochter von Marangatú, wurde von der Personifikation des bösen Geistes namens Tau gefangen genommen. Zusammen hatten die beiden sieben Söhne, die von der Göttin Arasy verflucht und deswegen alle als abscheuliche Monster geboren wurden. Diese sieben Charaktere sind grundlegende Figuren der guaranischen Mythologie. Während einige der Götter oder sogar die ersten Menschen vergessen wurden, blieben diese sieben Monster in der verbalen Tradition der Geschichten erhalten und entwickelten sich weiter.

In Gestalt einer Eidechse mit mindestens einem Hundekopf wurde der erste Sohn von Tau und Kerana geboren. In manchen Regionen in Paraguay ist Teju Jagua , was ins Deutsche übersetzt so viel wie Eidechsenhund bedeutet, nicht nur mit einem Kopf, sondern mit bis zu sieben Hundeköpfen ausgestattet.

Vielerorts wird behauptet, dass der Teju Jagua ein friedliches Geschöpf sei, weil seine Körpermasse es ihm sehr schwer mache, seine Bösartigkeit und seine außergewöhnlichen Kräfte nutzen zu können. Andere behaupten jedoch, dass sein Feuerblick sehr wohl eine Waffe sei, die ihm Respekt verschafft und die Menschen beim bloßen Anblick in die Flucht treibt. Geschichten, die erzählen, dass Teju Jagua ein Mörder sei und Menschen fangen würde, um sie in seiner Gruft zu verschlingen, werden von echten „Guaranies“ nicht akzeptiert.

Die Indianer behaupten, er würde sich nur von Früchten und Honig ernähren. Als friedliches Wesen beschütze und bewache er die goldigen Früchte des Waldes. Der Teju Jagua, so wie die Legenden ihn beschreiben, sei am Besten in der Gegend des Hügels Yaguarón anzutreffen, wo sich die Abgründe und Höhlen seine Schutzorte befänden. Deswegen wird er auch Herrscher über Höhlen und Abgründe genannt.

Man spricht oft von einem wunderbaren Glanz, der seinem Körper einen goldigen Schimmer verleiht. Dieser rührt daher, dass er sich mit viel Vergnügen in Gold und Edelsteinen wälzt, wie man in vielen Büchern, die sich mit guaranischen Fablen beschäftigen nachlesen kann. Falls in der Region von Itape Kostbarkeiten und Schätze zu finden seien, wisse er, wo die zu finden sind, geben Kenner der Guarani Geschichten zu verstehen. Man muss jedoch erst mal an seiner Schreckensgestalt vorbei kommen, da er sich als Wächter der Schätze der Region verstehe.

Es gibt eine andere Gestalt in der guaranischen Fabelwelt, die das monströse Tier wie ein Lämmchen an der Leine im Wald spazieren führt. Die kolossale Eidechse mit einem oder mehreren Hundeköpfen soll jeden Tag von seinem Bruder „Jasy Jatere“ zur Quelle geführt werden, um von ihm Wasser und Honig zu erhalten.

Teju Jagua: Auf seinem Eidechsenkörper steckt ein großer hässlicher Hundekopf. Als Gott oder Geist der Höhlen und Früchte bleibt ihm, abgesehen von seinem schaurigen Aussehen, eigentlich keine Waffe, außer seinem Feuerblick, der einem Angst und Schrecken einjagen kann.

Mbói Tu’i: Der Gott der Wasserläufe hat die Form einer riesigen Schlange mit dem Kopf eines Papagais. Es läuft jedem, der seinen furchteinflößenden Schrei im Wald vernimmt, ein Schauer über den Rücken.

 

Moñái: Sein Schlangenkörper ist wundervoll dazu geeignet, um Bäume zu erklimmen und auf der Flucht sich unbemerkt davon zu schleichen. Er ist dafür bekannt, Dinge zu entwenden und verschwinden zu lassen.

 


Jasy Jatere
: In einer hübschen blonden Knabengestalt macht der Gott der Siesta zwischen zwei und vier die Welt zu einem unsicheren Ort.

 

 

Kurupi: Der Gott der Sexualität und Fruchtbarkeit ist meist als kleiner Waldgeist dargestellt. Er muss seinen Phallus wegen der außerordentlichen Länge um den Leib wickeln.

 

 

Ao Ao: Dieser Gott erhielt den Namen aufgrund seines gleichklingenden Jagdschreis, den seine Opfer vernehmen, bevor sie sich in seinen furchtbaren Klauen wiederfinden.

Luison: Der Gott des Todes ist am besten in der Nähe von Friedhöfen aufzufinden. Allein sein grauenhaftes Antlitz kann zu Tode erschrecken.

 

Der Pombéro

Der ursprüngliche Guaraniname des Pombero ist Kuarahy Jára, wörtlich “Besitzer der Sonne”, obwohl er angeblich eher nachtaktiv ist.  Er wird üblicher Weise als klein und hässlich, mit haarigen Füßen und Händen beschrieben.  Deshalb soll er sich auch unhörbar fortbewegen können. Außerdem kann er sich unsichtbar machen, was ihn quasi unentdeckbar macht.   Er lebt im Wald, auch wenn er manchmal in verlassenen Häusern Unterschlupf sucht. Er kann auch die Geräusche der im Wald lebenden Tiere hervorragend imitieren. Er schützt die Vögel vor Angriffen von Kindern mit Steinschleudern.  Bevor er erscheint soll er angeblich flüstern. Er wird generell als harmloser Unruhestifter  betrachtet, der vor allem Farmern  das Handwerk legt.  Er bindet Rinder los, stielt Eier, Hühner und Honig, erschreckt Pferde und veranlasst  diese ihre Reiter abzuwerfen, und so weiter.  Ihm wird oft die Schuld für Schwangerschaften lediger Frauen zugeschrieben, die er schon durch eine sanfte Berührung mit der Hand befruchten soll. Auch Kinder die hässlich und besonders haarig zur Welt kommen werden einem nächtlichen Besuch des Pombero [auch dem Kurupi] zugeschrieben. Durch Opfergaben, besonders Zigarren und Rum, kann der Pombero  besänftigt werden.



Historisches zu den Guaranis

Quelle: Nueva Vida und Nueva Escuela Pública Paraguaya

Mythical Museum Ramón Elías

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